Marie kleinerneu



Ich bin in Frankreich geboren und aufgewachsen und lebe seit über 25 Jahren in Berlin, meiner Wahlheimat.

Der Zugang zur künstlerischen Arbeit hat sich durch meine Ausbildung als Kunsttherapeutin vertieft. Auf den Gedanken von Goethe und Steiner fußend war Aquarell das Medium, Farbe das Mittel.

Meist arbeite ich längere Zeit an Themen, die Anregungen kommen aus der Natur: Blüten, Blumen, Blätter, Steine, Erde, Unterwasserwelten. Mein Ausdrucksmittel habe ich durch die Verwendung der Mixmedia Technik auf Basis von Acrylfarben erweitert. Die Freude, Faszination und die Möglichkeiten, die Aquarell bietet, versuche ich in der letzten Serie "Steingeflüster" einzubinden.

Ich liebe Steine, ich fühle mich in den runden organischen Formen aufgehoben, sie lassen sich verwandeln und bieten so viele Möglichkeiten, damit zu spielen. Die Steine liegen, purzeln, funkeln, schmelzen, leuchten auf zu Edelsteinen, vielleicht aber auch zu Einzellern, die durch das Mikroskop vergrößert werden. Die Gebilde finden sich, gruppieren sich, verbünden sich, schaffen Ballungsgebiete, verkleben sich, lösen sich und schweben gemeinsam, mal langsam, mal schneller durch den Raum. Manchmal tanzen sie unbekannte Rhythmen, ein anderes Mal treffen sie zum Picknick zusammen und werden zu einem Stillleben.

Wesentlich und unabhängig von Themen und Zyklen ist der Prozess, der zwischen mir und dem Bild stattfindet. Es ist immer eine Begegnung mit dem "nicht wissen wohin es führt", ein Sich-Wagen und bisweilen Scheitern. Eine Übung, abzuwarten bis es sich zeigen will, bis es bereit ist. Mut ist auf jeden Fall immer dabei.

Lauschen, warten, dem Geschehen folgen, dem Drang nach Gestalten, um die Komposition in bekannte Gefilde zu lenken, manchmal zu widerstehen und trotzdem einzugreifen.

Im Dialog mit dem Geschehen auf der Leinwand wird die Spannung zwischen Kontrollieren und Vertrauen immer wieder auf neue Weise gelebt, erlebt und erprobt.

Am Ende wird das Bild für angekommen oder fertig entlassen und dem Blick des Betrachters freigegeben. Durch die vielen Erfahrungen, mit denen darauf geschaut wird, bekommt das Bild eine neue Berechtigung und eine andere Dimension.